AI & Female Leadership
Was ist alles möglich mit den Tools der Künstlichen Intelligenz (KI)? Wie können Frauen diese Chancen, die die KI bereithält für sich und ihr Business nutzen? Und wie erhält man KI-Kompetenz gekoppelt mit Führungssicherheit?
Antworten auf diese und weitere Fragen bekamen rund 22 Unternehmerinnen und Frauen in Führungspositionen am 24. Februar im Rahmen eines Online-Vortrages „AI & Female Leadership“.
Dazu eingeladen hatte das Oberhausener Netzwerk FRAUEN-FAIRNETZT. Nicole Krogmann aus dem Vorstand des Verbandes der Unternehmerinnen in Deutschland, begrüßte die Teilnehmerinnen stellvertretend für alle Organisatorinnen und stellte Kerstin Gude-Benderoth, die Referentin des Abends, vor. Die Kasselerin ist eine erfahrene Brand & Communication Spezialistin, AI-Coachin, zertifizierte KI-Managerin und Bewusstseins-Coachin für Potentialentwicklung mit über 20 Jahren Erfahrung in der Markenkommunikation nationaler und internationaler Unternehmen.
Ihre Mission ist es, durch die Zusammenarbeit von Mensch und KI Kreativität und persönliches Wachstum zu fördern, ganz nach dem Motto: It’s not about AI. It’s about you. Entfalte dein Potenzial mit Künstlicher Intelligenz.
Eindrucksvoll zeigte die KI-Expertin am Beispiel ihres selbst produzierten Kurzfilms, was mit KI heute möglich ist. Auch der Bearbeitung und weitergehenden Animation von Bildern sind kaum noch technische Grenzen gesetzt: „KI ist ein starkes Werkzeug, das alles verändert! Wir können unsere Ideen und Visionen viel schneller umsetzen, als wir glauben. Aktuell setzen wir nur rund 10 Prozent unserer Ideen in die Tat um! Ich möchte Frauen inspirieren, die transformative Kraft der KI zu erkennen und auf die eigene Entdeckungsreise zu gehen. Die KI ist für uns Frauen ein echtes Geschenk und ein wahrer Gamechanger“, betont Kerstin Gude-Benderoth.
Interessant: Je nach Large Language Modell sind rund 54 bis 62 Prozent der KI-Nutzer männlich – bei ChatGPT liegt der Männeranteil bei 54 Prozent, bei Gemini bei 58 Prozent und bei Claude sogar bei 62 Prozent. Gude-Benderoth appelliert daher ausdrücklich an Frauen, KI stärker zu nutzen – nicht nur für ihre eigene Zukunftskompetenz, sondern auch, weil KI mit überwiegend männlich geprägten Daten trainiert wurde und dadurch Verzerrungen entstanden sind. „Wenn wir Frauen die KI mitnutzen, Feedback geben und durch unser Verhalten die KI neu trainieren, werden diese Verzerrungen nach und nach abgebaut. Tun wir das nicht, potenzieren sie sich.“
Bei der Nutzung von KI gibt es ein entscheidendes Thema: das richtige Prompten. Die Antwort der KI ist nur so gut wie die Eingabe, die wir vorab machen. Die Expertin rät den Teilnehmerinnen, sich dafür Zeit zu nehmen – und verrät einen praktischen Trick: Auch die KI selbst kann dabei helfen. „Wir geben ihr einfach den Kontext und bitten sie, uns den passenden Prompt zu erstellen. So kommen wir viel schneller zu wirklich fundierten Ergebnissen.“
Die KI-Expertin berichtete von den Möglichkeiten, die KI-Agenten bereits jetzt für uns übernehmen können. Diese sind in vielen KI-Tools bereits integriert und können – je nach Einstellung – sogar den Computer der Nutzerin bzw. des Nutzers steuern. Sie können Termine vereinbaren, Mails und Dokumente durchforsten und daraus Zusammenfassungen formulieren, Online-Einkäufe tätigen und vieles mehr. „Hier sind wir natürlich auch bei dem Thema Datenschutz. Wie stark lasse ich die KI in mein Leben und welche Macht gebe ich ihr?“, gibt Kerstin Gude-Benderoth zu bedenken.
Die Expertin sieht aber vorwiegend Chancen in der Nutzung von KI, vor allem für Frauen. Sie verwies auf den anhaltenden Gender-Leadership-Gap: „Nur rund 29,1 Prozent der Führungspositionen sind weiblich besetzt.“ Frauen übernähmen häufig die Rolle der Familienmanagerin, arbeiteten in Teilzeit und stellten die eigene Karriere zurück. Hinzu komme der sogenannte Confidence-Gap: „Frauen bewerben sich oft nur, wenn sie das Gefühl haben, zu 100 Prozent auf eine Stelle zu passen. Männer bewerben sich manchmal schon, wenn sie nur die Hälfte der Anforderungen erfüllen.“
Laut der KI-Managerin sollten Frauen nun die Superpower der KI für sich nutzen. Sie können Standardaufgaben abgeben, strategischer rund kreativer arbeiten und noch mehr auf Zwischenmenschlichkeit eingehen. Sie bezeichnet den Menschen und die KI als hybrides Team und gibt Einblicke in die Nutzungsmöglichkeiten. So beschreibt die Kasselerin den aufmerksamen Zuhörerinnen an vier Beispielen die Usecases: Wettbewerbsanalyse, Protokollschreiber, Brandvoice Writer und Führungskräfte-Coach.
„Wir müssen der KI eine Rolle geben, ihr sagen, wer sie gerade ist und was wir von ihr möchten. Mit den vier genannten Beispielen beleuchte ich nur einen Bruchteil von dem Möglichen. Ich kann die KI komplette Wettbewerbsanalysen erstellen lassen. Die KI liefert mir die wichtigsten Bullet Points für mein Produkt, eine detaillierte Marktanalyse zu Chancen, Risiken, Stärken und Schwächen, Diagramme und auch ein eigenes Design. So habe ich in kürzester Zeit für ein von mir frei erfundenes Bio-Haarshampoo eine komplette Marketing-Strategie inklusive Branding und Präsentation erstellen lassen.“
Spannende Einblicke gab die KI-Beraterin zu den Möglichkeiten, sich über KI eine persönliche Coaching-Begleitung aufzubauen. Viele Menschen wünschten sich im Alltag einen Sparringspartner für persönliche wie unternehmerische Herausforderungen. „Wir können uns über die KI eine Coachin erstellen, die genau zu uns passt. Wir bestimmen ihren Namen, ihre Haltung, die Art der Kommunikation und wir können ihr sogar Wissen mitgeben, auf das sie zurückgreifen soll.“
Zum Abschluss gab Kerstin Gude-Benderoth den Unternehmerinnen noch einen wichtigen Tipp: Die KI gebe Frauen Führungssicherheit, sie sollten die Vorteile nutzen, ihre Mitarbeitenden auf diese Reise mitnehmen und sie befähigen, KI einzusetzen. „Dabei muss der Mensch immer im Mittelpunkt bleiben!“
Außerdem betonte sie: „Soft Skills sind die neuen Power Skills und hier können wir Frauen besonders punkten.“ Frauen brächten oft ausgeprägte soziale und emotionale Kompetenzen mit – genau das, was in einer zunehmend von KI geprägten Arbeitswelt wichtiger werde denn je. „Wir haben jetzt die Chance, aus tradierten Rollenbildern rauszugehen, neue Potenziale zu entfalten und mit Kreativität und Neugier zu gestalten.“
Das tolle Feedback der Unternehmerinnen im Anschluss an den Vortrag macht deutlich, dass die Inhalte der KI-Expertin genau den richtigen Nerv getroffen haben. Viele zeigten sich inspiriert und ermutigt, nun mit der KI noch intensiver zu arbeiten und sie für sich und das Unternehmen zum Vorteil zu nutzen!
Das Organisationsteam dankt Referentin Kerstin Gude-Benderoth für diese spannenden Einblicke und freut sich auf weitere inspirierende FRAUEN-FAIRNETZT-Veranstaltungen in diesem Jahr!